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Outsourcing

Outsourcing besteht darin, einem Partner einen komplexen, langfristigen Auftrag anzuvertrauen, der ursprünglich in dem eigenen Unternehmen ausgeführt wurde.

"Nach Außen geben" weist schon auf die Wurzeln dieses Kunstwortes hin - allerdings streiten sich die Spezialisten, ob diese Wortschöpfung aus "outside" und "resourcing", oder aus "outside", "resource" und "using" entstand.

Outsourcen bezeichnet generell den Fremdbezug von Dienstleistungen.

Das Spektrum der angebotenen Dienstleistungen reicht vom externen Bezug von Einzelleistungen bis hin zur Übertragung der gesamten IV-Verantwortung. Outsourcing ist ein typisches "Make-or-Buy"-Problem.

Diese Auslagerung an ein rechtlich unabhängiges Dienstleistungsunternehmen ist zu unterscheiden von der Ausgliederung, die eine Delegation von Aufgaben an ein rechtlich verbundenes Unternehmen versteht.

Viele Gründe sprechen für Outsourcing:

  • Kurzfristig erforderliche Kapazitäten werden möglicherweise nicht auf Dauer benötigt.
  • Die innerbetriebliche Aneignung sehr spezieller Kenntnisse mit geringer Wiederverwendungsmöglichkeit ist nicht wirtschaftlich.
  • Für den Aufbau innerbetrieblicher Fachkompetenz sind in der Regel externe Schulungen oder Beratungen erforderlich.
  • Interne heikle Veränderungen werden auf Rat von namhaften Beratern leichter durchgesetzt.
  • Internes Entlohnungsgefüge kommt nicht durcheinander

Welche IV-Aufgaben werden nun an Externe übertragen? Nun dazu zählen:

  • Ausbildung
  • Anwendungsentwicklung und - wartung
  • Systembetrieb
  • Technischer Support
  • Kommunikationssysteme und Netze
  • PC-Wartung
  • Katastrophenmanagement

Auch bei umfassendem Outsourcing sind insbesondere folgende IV-Aufgaben innerbetrieblich zu erfüllen:

  • Erarbeitung der IV-Strategie auf Basis der Unternehmensstrategie
  • Mitarbeit an Strategien für die IV der Fachbereiche
  • Pflege von Lieferantenbeziehungen
  • Vertrags-Management und - Überwachung
  • Steuern und Überwachen der Leistungen des externen Dienstleisters
  • Bereitstellen von Wissen über Technologien zur Weiterentwicklung der Verträge
  • Koordinieren von Projekten, die ganz oder teilweise extern abgewickelt werden
  • Definition und Überwachung der Schnittstellen zwischen extern und intern zu erfüllenden Aufgaben

Folgende Varianten haben sich herausgebildet:

  • Facilities Management (FM) bezeichnet die Auslagerung der kompletten IV oder zumindest der IV von Teilbereichen (Abteilungen) an Dritte. Im Falle einer kompletten Auslagerung befinden sich nur noch Terminals und Peripherie beim Kunden. Das Leistungsspektrum kann auch die Fremdbetreung verschiedener Anwendungssysteme, z.B. Buchhaltung, Fakturierung, Lohn- und Gehaltsabrechnung, beinhalten.
  • Inhouse-Outsourcing bezeichnet die Ausgliederung und (rechtliche) Verselbständigung der IV-Abteilung.
  • Processing-Services (Verarbeitungsdienstleistungen, z.B. Transaktionsverarbeitung, Datenerfassung, Druckservice, Mikroverfilmung) werden von Service-RZ erbracht, die die Gesamtheit der technischen, personellen und räumlichen Voraussetzungen des Systembetriebs schaffen.
  • Professional Services sind Dienstleistungen auf personeller Ebene (z.B. die Bereitstellung von Spezialisten) und damit Nutzung externen Know-hows. Systemanalyse, Anwendungsentwicklung, Schulung und Beratung sind Beispiele für Professional Services.
  • Systemintegration bezeichnet die Übertragung der Gesamtverantwortung für die IV auf ein externes Serviceunternehmen, das als Generalunternehmen ("Systemintegrator") Lösungen für komplexe IV-Aufgaben (z.B. eine Verbundlösung für Lager- und Transportsysteme oder eine umfassende CIM-Lösung) anbietet. Die Dienstleistung besteht aus einer Kombination von Beratung, Beschaffung, Implementierung und Betrieb von Hardware-, Software- und Telekommunikations-Komponenten unterschiedlicher Herkunft. Im Vordergrund stehen die Integration aller Systemteile und die Anpassung der Lösung an die Bedürfnisse des Kunden.
  • Third Party Maintenance (TPM) gewährleistet die Wartung der IV-Systeme durch ein unabhängiges Unternehmen. Die Wartung wird also weder vom Benutzer noch durch den Hersteller der DV-Anlage übernommen. Ursprünglich gab es nur kleine Unternehmen am Markt (erstmals 1969), inzwischen warten aber auch große IV-Hersteller Fremdmaschinen. Gute Wartungsunternehmen zeichnen sich aus durch: o nur Techniker aus eigenem Haus o ständige Weiterbildung der Techniker o hohe Finanzkraft für gesicherte Ersatzteilbeschaffung o vertragliche Verpflichtung zu sehr kurzen Response-Zeiten o Third-Party-Maintenance (TPM) kann zum Total-System-Service (TSS) weiterentwickelt werden.

Entscheidungskriterien:

  • Kosten
  • Know-how, Wettbewerbsvorteile
  • Qualität, Zuverlässigkeit, Modernität (des Dienstleisters)
  • Flexibilität (wenn Vertrag, entsprechend wenig Fixkosten)
  • Zukunftsperspektiven

Quelle: Fachhochschule Deggendorf

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